 |
Tauchen sie auf unseren Chronikseiten ein in die über 100-jährige
Geschichte unseres Vereins!
Wenn sie mehr wissen wollen, können sie ausführlichere Texte, interessante Interviews
und tiefe Einblicke hinter die Kulissen bekommen durch unsere Festschrift und
Chronik, die zum Jubiläum 2008 erschienen ist.
Sie ist erhältlich an der Abendkasse und auf Anfrage per Mail. |
1908 - 1914 Die Wurzeln und die Anfangsjahre
„Im Monat November 1908 fanden sich einige Herren im Gasthof „Glück Auf“ zusammen und faßten den Entschluß, hier in Penzberg einen Theater Verein zu gründen, und fand auch deshalb am Samstag dem 8. November eine Zusammenkunft statt und wurde von den nachstehenden Herrn der Volkstheater Verein Penzberg gegründet.“
Soweit die ersten Sätze der Vereinschronik.
Aus heiterem Himmel kam es nicht, dass sich im November 1908 elf Männer und zwei ihrer Gattinnen im Lokal „Glück-Auf“ an der Philippstraße trafen, um einen Theaterverein zu gründen.
Ein großer Teil dieser Theaterbegeisterten stammte aus dem Gebirgstrachten
Erhaltungsverein
„D’lustinga Wendlstoana“. Dieser benötigte
eine Vereinsfahne, nachdem er sich 1903 von seinem „Mutterverein“
„Edelweiß Verein
Johannisberg“ abgespalten hatte. Um Geld dafür einzuspielen, bildete
sich dort eine Theatergruppe. Nachdem „unter den Spielern eine Unzufriedenheit“ auftrat,
spalteten sich mehrere Mitglieder ab und gründeten unseren Theaterverein.
Die besagten Trachtenvereine gingen letztlich allesamt im Penzberger Trachtenverein
Stamm ’95“ auf.
Schon ab 1888 bestand innerhalb des hiesigen
Handwerkervereins ein „Dilletanten
Theater“. Dies ist die zweite Wurzel der „Oberlandler“, die
schon bald den Penzberger Berufsphotographen und Allround-Künstler
„Papa
Hain“ als Regisseur und den Kunstmaler
Peter Sterrenberg als Bühnenmaler
für sich gewinnen konnten.
Bereits fünf Wochen nach der Gründung des Theatervereins wagten sich
die Mitglieder unter ihrem damaligen Regisseur Josef Halbritter an das Volksstück
„Da
G’wissenswurm“ von Ludwig Anzengruber.
Für uns heute kaum noch nachvollziehbar wurden im Jahr 1909 acht verschiedene
Stücke an 15 Abenden aufgeführt.
Die Nerven lagen bei so manchem Schauspieler blank.
Bei einer Wiederholung des „G’wissenswurms“ beispielsweise
vergaß Frau K. vollständig den Text, so dass sie „weinend davonlief
und nicht mehr zurückkehrte“. In einer folgenden Sitzung wurden ihr
die Leviten gelesen, um sie anschließend aus dem Verein auszuschließen.
Die Begeisterung des Publikums war groß. Als der Verein den „Gmoalump“ von
Georg Stöger 1909 inszenierte, war auch dieser so angetan, dass er künftig
die meisten seiner Stücke in Penzberg uraufführen ließ. Aus
seiner Feder stammt auch die in Penzberg mehrmals inszenierte Fassung des „Wildschütz
Jennerwein“. Stöger war von 1909 bis zu seinem Tod im Jahr 1965
Ehrenmitglied.
In den ersten 7 Jahren wurden etwa 25 Stücke inszeniert. Es finden sich
manche Klamaukstücke („Der Gemeindedepp“, „Der Dorfbader“),
aufwändige Kostümstücke und zahlreiche dramatische Stücke
darunter („Deborah“, „Der Galgenhans“). Einiges davon
würden wir heute als „Schmalzfetzen“ abwerten, andere Werke
sind heute Klassiker ihres Fachs.
Unter „Papa Hain“ wurden ab 1910 auch Singspiele mit Musik und
Tanz inszeniert. Als erstes Volksstück dieser Art kam mit großem
Erfolg „Der Krautscheucher“ zur Aufführung.
Von Anfang an wurde, wie in den Statuten festgelegt, wenigstens einmal im Jahr
für die „Ortsarmen“ gespielt. Davon profitierten oft der Penzberger
Ortsteil Maxkron, der mit bedrohlicher Regelmäßigkeit von schwerem
Hochwasser heimgesucht wurde.
weiter zu den Jahren 1914 - 1933